Decision Trees Machine Learning – Beispieldaten importieren & testen – Anleitung

Decision Trees Machine Learning
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Decision Trees: ein Klassiker im Machine Learning mit moderner Relevanz

Decision Trees sind einer der bekanntesten und am häufigsten eingesetzten Algorithmen im Bereich des überwachten Machine Learning. Sie bilden Entscheidungsstrukturen in Form von Baumdiagrammen ab und bieten eine intuitive Möglichkeit, komplexe Klassifikations- oder Regressionsprobleme zu lösen. Die Grundidee besteht darin, Daten anhand bestimmter Merkmale schrittweise in Teilmengen zu unterteilen, bis eine klare Entscheidung oder Vorhersage möglich ist.

In modernen Data- und AI-Projekten, insbesondere im Zusammenspiel mit Plattformen wie Microsoft Fabric und Azure Machine Learning, ist dieser Algorithmus relevant, weil er sowohl technisch effizient als auch fachlich gut erklärbar ist. Das erleichtert die Kommunikation zwischen Data Scientists, Entwicklern und Fachabteilungen und unterstützt die Umsetzung von transparenten KI-Lösungen.

Funktionsweise

Ein Decision Tree arbeitet, indem er schrittweise Fragen zu den Eingabedaten stellt. Jede Frage teilt den Datenbestand in zwei oder mehr Gruppen. Die Auswahl der Frage basiert auf einem Kriterium wie der Informationsgewinnung oder der Reduktion der Entropie. Das Verfahren wiederholt sich rekursiv, bis die Daten in reine Klassen unterteilt oder ein Abbruchkriterium erreicht ist.

Eine einfache Metapher ist das Spiel „20 Fragen“. Man beginnt mit einer allgemeinen Frage, die viele Möglichkeiten ausschließt, und verfeinert die Fragen so lange, bis die gesuchte Antwort eindeutig ist. In der Praxis bedeutet dies, dass der Algorithmus aus Trainingsdaten Regeln extrahiert, die er später auf neue Daten anwenden kann.

Typische Einsatzbereiche

Decision Trees sind stark in Szenarien, in denen Interpretierbarkeit entscheidend ist. Beispiele sind die Bewertung von Kreditrisiken im Finanzwesen, die Diagnoseunterstützung im Gesundheitsbereich oder die Betrugserkennung, wie sie auch im Azure ML Studio Beispiel zur Fraud Detection demonstriert wird.

Sie sind jedoch weniger geeignet für hochdimensionale, sehr komplexe Daten wie Bilder oder Audio, bei denen Deep-Learning-Modelle oft deutlich bessere Ergebnisse liefern.

Vorteile und Nachteile

In der Praxis punkten Decision Trees durch ihre einfache Visualisierbarkeit und die gute Interpretierbarkeit. Zusätzlich haben sie die Fähigkeit, sowohl numerische als auch kategoriale Daten zu verarbeiten. Sie sind robust gegenüber irrelevanten Features und benötigen oft weniger Datenvorverarbeitung. Nachteilig ist, dass einzelne Bäume zu Overfitting neigen können, wenn sie zu tief wachsen. Abhilfe schaffen hier Ensemble-Methoden wie Random Forests oder Gradient Boosted Trees, die ebenfalls im Azure Machine Learning schnell implementierbar sind.

Integration ins Microsoft- und Azure-Ökosystem

Im Azure-Umfeld lassen sich Decision Trees direkt in Azure Machine Learning über AutoML oder eigene Python-Skripte einsetzen. In Fabric Notebooks können Modelle entwickelt, trainiert und über SynapseML skaliert werden. Damit ist es möglich, Daten aus Onelake oder Azure Data Lake einzubinden und die Ergebnisse in Power BI direkt zu visualisieren.

Mini-Beispiel in Python

from sklearn.tree import DecisionTreeClassifier
from sklearn.datasets import load_iris
from sklearn.model_selection import train_test_split
from sklearn.metrics import accuracy_score

# Beispieldaten laden
iris = load_iris()
X_train, X_test, y_train, y_test = train_test_split(
    iris.data, iris.target, test_size=0.3, random_state=42
)

# Modell erstellen und trainieren
clf = DecisionTreeClassifier(
    max_depth=3,
    random_state=42
)
clf.fit(X_train, y_train)

# Vorhersage
y_pred = clf.predict(X_test)

# Genauigkeit ausgeben
print("Accuracy:", accuracy_score(y_test, y_pred))

Dieses Beispiel nutzt den bekannten Iris-Datensatz und zeigt, wie einfach ein Decision Tree mit scikit-learn erstellt und getestet werden kann. In Azure Machine Learning könnte dieser Code direkt als Training Script verwendet werden, um das Modell in der Cloud zu trainieren und zu deployen.

Relevanz in der heutigen KI-Landschaft

Auch im Zeitalter von Deep Learning und Foundation Models behalten Decision Trees ihre Bedeutung. Sie sind oft der erste Schritt in einem Machine-Learning-Projekt, um ein Basisverständnis für die Daten zu gewinnen und schnelle, transparente Ergebnisse zu liefern. In Kombination mit Ensemble-Methoden wie XGBoost oder LightGBM erreichen sie auch in komplexen Szenarien hohe Genauigkeit.

Wer im Microsoft-Ökosystem arbeitet, profitiert davon, dass Decision Trees sich nahtlos mit anderen Azure-Diensten, Data-Pipelines und Visualisierungstools verbinden lassen. Das macht sie zu einem wichtigen Werkzeug in modernen Projekten, die auf Transparenz, schnelle Iterationen und Integration in bestehende Business-Intelligence-Umgebungen setzen.

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